Chronik von Laab im Walde: Laab ist ein kleines Dorf im Wienerwald, eingebettet in einer Mulde, umgeben von Wiesen und Wäldern. Die erste urkundliche Erwähnung unter den Namen Loup
(auch Loupan) erfolgte vor mehr als 800 Jahren. Besitzer dieses Gebietes und der dem hl. Koloman geweihten Kapelle waren im 12. Jahrhundert die Babenberger. Lange Zeit war Laab mit dem Sitz
des kaiserlichen Waldamtes verbunden. Unter den Habsburgern wurde ein Großteil des Wienerwaldes herrschaftlicher Bannwald, war also nicht für die Besiedelung gedacht, sondern nur der
Jagdlust der Herrschaft vorbehalten. Jagdschloss und Turmhof standen den herrschaftlichen Jägern zur Verfügung, bis im Jahre 1529 durch den Einfall der Türken das Dorf vollkommen
niedergebrannt und die Einwohner verschleppt oder ermordet wurden. Eineinhalb Jahrhunderte konnte sich das Dorf nicht erholen, und auch Schloss und Jagdhof, Kirche und Pfarrhof wurden nicht wieder aufgebaut. Die Pfarre Perchtoldsdorf war für die Laaber zuständig. Lange Zeit waren die Schotten Besitzer von Laab. Sie veräußerten es an Jörg Allendsböckh, der es kurze Zeit später an das Augustiner
Chorherrenstift St. Dorothea verkaufte. Christoph von Abele, Freiherr von Lilienberg, erwarb von den Chorherren die Besitzungen Laab und Hacking. Schon etwa Mitte des 17. Jahrhunderts hatte
er mit den Schotten, die Teilbesitzer des Jagdhofes und der Kirche waren, eine Vereinbarung getroffen, gegen Überlassung der Holden die Pfarre neu zu installieren. Abele sollte für die
Bezahlung des Pfarrers und eines Lehrers aufkommen und den Wiederaufbau der Kirche und der Häuser vornehmen. Durch seine Großzügigkeit - er gab den Bauern Geld, damit sie sich von der
Herrschaft freikaufen konnten - wurde in Laab eine Parzellierung durchgeführt, die größtenteils heute noch existiert. Doch die Pest (1680) machten alle Bemühungen Abeles wieder zunichte.
Auch das kurz zuvor neu erbaute Schloss Wintersbach (heute Kirche und Pfarrhof) mit der erst 1674 geweihten Dreifaltigkeitskapelle lag in Asche. Unter dem "Deutschen Ritterorden", dem neuen Besitzer von Laab, erlebte das Dorf den Aufstieg Österreich zur Großmacht. Der Bedarf an Brennholz
für die wachsende Stadt Wien und die beginnende Industrialisierung brachten viele Zuwanderer nach Laab, die sich als Köhler, Holzarbeiter und Handwerker betätigten. Die Stadt Wien wurde immer größer und viele Menschen suchten Erholung in der Umgebung der Stadt. Sie besuchten Laab wegen seiner ruhigen Lage und seiner
guten Luft (auch heute keine Industrieansiedlungen!). Kranken Leuten standen zwei Kaltwasseranstalten zur Kurierung ihrer Nerven und Gemütsleiden zur Verfügung. Auch der bekannte Militärmaler
Carl Schindler suchte seine Leiden in der damaligen Kaltwasserheilanstalt (heute Kloster der Barmherzigen Schwestern) zu heilen - er starb 1842 knapp 21jährig an Lungenschwindsucht und ist
auch hier begraben.
Schindler, Carl, * 23. 10. 1821 Wien, � 22. 8.
1842 Laab im Walde (Niederösterreich), Maler des
Militärgenres ("Soldaten-Schindler"); Sohn von Johann Josef
Schindler. Studierte an der
Wiener
Akademie und war Privatschüler von P.
Fendi. Mehrere Studienunterbrechungen wegen
schwächlicher Gesundheit. Hervorragender
Aquarellist (besonders Aquarellskizzen); seine Sujets
zeigen den Versuch einer Verflechtung von Soldatengenre mit
bürgerlichem bzw.
bäuerlichem Genre. Starker Einfluss auf J. F.
Treml und A. von
Pettenkofen. Literatur: S. Kehl-Baierle, C. Schindler,
Dissertation, Wien 1988
Die ausgezeichnete Qualität der Laaber Gastronomie war weithin bekannt. 1938 verlor Laab seine Eigenständigkeit und wurde als Teil des 25. Bezirkes an Groß-Wien
angegliedert. Erst 1954 erhielt Laab wieder seine Selbstständigkeit und wurde in
das Bundesland Niederösterreich eingegliedert.
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